Undicht ist selten die Fläche
Bei fast jedem Balkonschaden, den wir öffnen, kommt das Wasser nicht durch die Mitte, sondern über den Randabschluss, den Türanschluss oder eine Entwässerung, die nie richtig funktioniert hat. Deshalb hält eine neue Beschichtung auf altem Aufbau meist nur wenige Jahre.
Woran Balkone tatsächlich scheitern
Ein Balkon ist ein Bauteil, das komplett dem Wetter ausgesetzt ist und dabei mit einem beheizten Innenraum verbunden ist. Er arbeitet bei Temperaturwechsel, er steht im Winter unter Frost, und er muss Wasser gezielt abführen. Das sind harte Anforderungen an vier Details, die man meistens nicht sieht:
- Das Gefälle. Ohne mindestens rund 1,5 bis 2 Prozent Neigung zum Ablauf stehen Pfützen. Stehendes Wasser findet jede Schwachstelle und friert im Winter in jede Pore.
- Der Randabschluss. An der Außenkante muss das Wasser sicher abtropfen. Fehlt ein Randprofil oder sitzt es zu tief, läuft Wasser unter die Abdichtung und in die Betonkante – die typische Ursache für Abplatzungen an der Balkonuntersicht.
- Der Türanschluss. Hier ist der Aufbau am kritischsten, weil die Abdichtung hochgeführt werden muss, aber niemand eine Schwelle von 15 Zentimetern will. Nach heutigem Stand gibt es dafür Lösungen mit Rinne, doch bei Altbauten ist der Anschluss oft einfach nur verfugt.
- Die Entwässerung. Ein einzelner Ablauf ohne Notüberlauf ist ein Risiko: Setzt er sich mit Laub zu, staut sich Wasser über der Abdichtung auf.
Wenn Sie an der Untersicht Ihres Balkons Rostfahnen oder abgeplatzten Beton sehen, ist der Schaden bereits im Bauteil: Wasser hat die Bewehrung erreicht, der Stahl rostet und sprengt beim Aufquellen den Beton ab. Das ist der Punkt, an dem eine Sanierung nicht mehr aufschiebbar ist, weil die Tragfähigkeit betroffen sein kann.
Der Aufbau, den wir herstellen
Wir sanieren den Balkon in Schichten, die aufeinander abgestimmt sind:
- Rückbau des alten Belags und aller schadhaften Schichten bis auf den tragfähigen Untergrund.
- Betoninstandsetzung, wo Bewehrung freiliegt: Rost entfernen, Korrosionsschutz auftragen, mit Reparaturmörtel im Systemaufbau schließen.
- Gefälleschicht, als Gefälleestrich oder Ausgleichsmörtel, mit sauberer Neigung zum Ablauf.
- Abdichtung, je nach Aufbau als Flüssigkunststoff, Verbundabdichtung oder Bahnenabdichtung, immer mit Hochzug an allen Anschlüssen.
- Randprofil und Rinne, in die Abdichtung eingebunden, nicht nur aufgeklebt.
- Belag, je nach Wunsch Fliesen im Dünnbett oder auf Stelzlagern, Naturstein, Holz- oder WPC-Rost oder eine sichtbare Beschichtung.
- Anschlüsse an Geländer, Wand und Tür – der Teil, an dem sich die Qualität später zeigt.
Zur Frage Geländer
Ein Geländer, das von oben durch die Abdichtung geschraubt ist, ist eine Dauerbaustelle: Jede Durchdringung ist eine potenzielle Undichtigkeit. Wenn es konstruktiv möglich ist, montieren wir das Geländer seitlich an der Stirnseite oder mit Konsolen, sodass die Abdichtungsfläche geschlossen bleibt. Das ist etwas aufwendiger und dafür dauerhaft dicht.
Terrassen und Laubengänge
Technisch gilt dasselbe, die Randbedingungen sind aber anders. Bei erdberührten Terrassen kommt Feuchte von unten dazu, hier gehört die Abdichtungstechnik mit dazu. Bei Laubengängen in Mehrfamilienhäusern arbeiten wir abschnittsweise, damit die Wohnungen erreichbar bleiben, und stimmen die Abfolge mit der Verwaltung ab.
Für Eigentümergemeinschaften
Balkone sind ein Dauerthema in Eigentümerversammlungen, weil sie meist zum Gemeinschaftseigentum gehören, aber von einzelnen Eigentümern genutzt werden. Wir erstellen Angebote in einer Form, die sich in einer Versammlung präsentieren lässt: mit Zustandsbewertung je Balkon, Priorisierung nach Dringlichkeit, Varianten für den Belag und einer klaren Trennung zwischen Instandhaltung und Modernisierung. Auf Wunsch nehmen wir am Ortstermin mit dem Verwalter teil.
Orientierungswerte
Bezogen auf einen Balkon mit acht bis zwölf Quadratmetern im Raum Stuttgart.
Bei mehreren gleichartigen Balkonen in einem Objekt sinkt der Preis je Einheit deutlich, weil Gerüst, Anfahrt und Einrichtung nur einmal anfallen. Das ist der Grund, warum sich eine gemeinsame Sanierung in einer Eigentümergemeinschaft fast immer rechnet.
Zur Balkonsanierung
Wenn Gefälle, Abdichtung und Randabschluss intakt sind und nur die Optik gelitten hat, ja. Das ist aber der seltenere Fall. Meist ist die Ursache eines Schadens genau in diesen Details zu finden, und eine Beschichtung darüber verdeckt sie nur. Wir prüfen das bei der Aufnahme und sagen offen, wenn eine reine Beschichtung ausreicht – das wäre für Sie die günstigere Variante.
Ein einzelner Balkon dauert ein bis drei Wochen. Nutzbar ist er während der Sanierung nicht, und auch die Balkontür bleibt phasenweise gesperrt. Den Takt geben Aushärte- und Trocknungszeiten vor: Gefälleestrich, Abdichtung und Fliesenkleber brauchen ihre Zeit, sonst hält der Aufbau nicht. Wer hier drängt, bekommt keinen schnelleren Balkon, sondern einen kürzer haltbaren.
Alle drei funktionieren, wenn die Abdichtung darunter stimmt. Fliesen sind robust und pflegeleicht, brauchen aber frostsichere Ware und saubere Fugen. Eine Flüssigkunststoffbeschichtung ist fugenlos, schnell und gut bei komplizierten Geometrien, nutzt sich aber sichtbarer ab. Holz oder WPC auf Stelzlagern ist angenehm barfuß und schnell rückbaubar, verlangt aber Pflege und regelmäßiges Reinigen darunter. Wir empfehlen nach Nutzung, nicht nach Trend.
In der Regel ist die Balkonkonstruktion mit Abdichtung Gemeinschaftseigentum und wird aus der Instandhaltungsrücklage bezahlt, während der Bodenbelag und teilweise der Innenanstrich der Brüstung dem Sondereigentum zugeordnet sind. Die genaue Abgrenzung steht in der Teilungserklärung und unterscheidet sich von Objekt zu Objekt. Wir stellen unsere Angebote so auf, dass diese Positionen getrennt ausgewiesen sind – damit die Verwaltung sauber abrechnen kann.
Einmal richtig
aufgebaut.
Wir sehen uns den Aufbau an und sagen Ihnen, was tatsächlich erneuert werden muss.