Freimessung und Aufmaß
Wir prüfen, ob alle Bauteile trocken sind, und nehmen auf, was wiederhergestellt werden muss. Daraus entsteht ein Terminplan, der die Wartezeiten der Materialien berücksichtigt.
Nach Ortung und Trocknung steht eine Wohnung im Rohbauzustand: offene Wände, fehlender Estrich, keine Fliesen. Genau hier verlieren die meisten Schadenfälle Wochen – weil fünf Firmen koordiniert werden müssen, die alle voneinander abhängen. Wir machen es selbst, in einer Reihenfolge, die aufgeht.
Ein Wiederaufbau besteht aus Gewerken, die aufeinander warten müssen. Der Estrich muss eingebaut sein, bevor gefliest wird. Er muss belegreif sein, bevor Parkett kommt – und das ist nicht dasselbe wie „begehbar“. Der Maler will nach dem Trockenbauer arbeiten, aber vor dem Bodenleger. Der Elektriker muss vor dem Verputzen in die Wand.
Wenn diese Gewerke aus fünf verschiedenen Betrieben kommen, entsteht Leerlauf. Der Fliesenleger kommt am Dienstag, der Estrich ist aber erst am Mittwoch drin. Also kommt er in zwei Wochen wieder, weil er zwischenzeitlich andere Baustellen hat. So werden aus drei Wochen Arbeit zwei Monate Wartezeit – und niemand ist schuld, weil jeder einzeln recht hat.
Deshalb führen wir die Kerngewerke mit eigenen Leuten aus. Ein Bauleiter plant die Abfolge, kennt die Wartezeiten und kann umdisponieren, wenn etwas dazwischenkommt. Das ist der ganze Trick, und es ist der Grund, warum unsere Wiederaufbauten verlässlich terminiert sind.
Was nicht zu retten ist, kommt raus: durchfeuchtete Dämmung, aufgequollene Spanplatten, zerstörter Estrich, Trockenbauwände. Wir arbeiten staubarm mit Absaugung, schützen die nicht betroffenen Bereiche mit Staubschutzwänden und entsorgen fachgerecht mit Nachweis – bei belasteten Materialien ist der Entsorgungsnachweis auch für den Versicherer relevant.
Neue Dämmung, Randdämmstreifen, Estrich, bei Bedarf Fließestrich für kurze Trocknungszeiten. Wir messen die Belegreife, bevor ein Belag darauf kommt. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Der häufigste Grund für Schäden an neuem Parkett ist ein Estrich, der zu früh belegt wurde.
Wände, Vorsatzschalen, abgehängte Decken, Revisionsöffnungen. Bei Schäden in Mehrfamilienhäusern achten wir besonders auf den Schall- und Brandschutz der Konstruktion – einfach eine Platte draufschrauben reicht bei Wohnungstrennwänden nicht.
Spachteln, Grundieren, Streichen, Tapezieren, Fliesen mit Verbundabdichtung im Nassbereich, Vinyl, Laminat, Teppich. Parkett und Naturstein lassen wir von festen Partnern legen, deren Arbeit wir kennen. Details unter Malerarbeiten und Fliesenlegearbeiten.
Küchen bauen wir aus, lagern sie ein und setzen sie wieder ein. Bei Bädern koordinieren wir Sanitär und Elektro mit. Was ersetzt werden muss, dokumentieren wir mit Fotos und Typenbezeichnung, damit der Versicherer den Zeitwert richtig ansetzt.
Der Versicherer schuldet Ihnen den Zustand vor dem Schaden. Wenn Sie die Gelegenheit nutzen wollen, um das Bad größer zu fliesen oder Parkett statt Laminat zu legen, ist das möglich – die Differenz zahlen Sie dann selbst. Wir stellen solche Wünsche in der Kalkulation getrennt aus, damit klar ist, was Schadenbeseitigung ist und was Verbesserung. Das erspart Ihnen Diskussionen bei der Abrechnung.
Wir prüfen, ob alle Bauteile trocken sind, und nehmen auf, was wiederhergestellt werden muss. Daraus entsteht ein Terminplan, der die Wartezeiten der Materialien berücksichtigt.
Estrich, Trockenbau, Vorarbeiten für Elektro und Sanitär. In dieser Phase entsteht der meiste Staub, deshalb bleiben Staubschutz und Absaugung durchgehend aufgebaut.
Fliesen, Maler, Boden, Einbauten. Hier zeigt sich, ob die Vorarbeit stimmt: Eine schlecht gespachtelte Wand sieht man nach dem Anstrich, nicht vorher.
Baureinigung, gemeinsame Abnahme, Protokoll. Offene Punkte werden mit Termin festgehalten, nicht mit „machen wir noch“. Danach geht die Schlussrechnung raus.
Ein einzelner Raum, bei dem nur Wand und Boden betroffen sind, ist in ein bis zwei Wochen fertig. Sobald neuer Estrich nötig ist, bestimmen dessen Wartezeiten den Plan: Zementestrich braucht mehrere Wochen bis zur Belegreife, Fließestrich deutlich weniger. Für eine komplette Wohnung mit Bad und neuem Bodenaufbau sind vier bis acht Wochen realistisch.
Wenn die Serie noch produziert wird, ja. Bei älteren Bädern ist das Dekor meist ausgelaufen. Dann gibt es zwei Wege: eine optisch gleichwertige Alternative, oder eine bewusste Neugestaltung der Fläche. Wichtig ist die Abstimmung vorher, denn eine Teilfläche mit abweichenden Fliesen ist selten befriedigend – und der Versicherer diskutiert gerne über den Umfang. Wir klären das schriftlich, bevor bestellt wird.
Rückbau, Trockenbau, Maler, Fliesen und Boden machen unsere eigenen Leute. Für Elektro, Sanitär, Heizung und Parkett arbeiten wir mit festen Partnerbetrieben, weil das zulassungspflichtige Gewerke sind. Diese Partner sind seit Jahren dieselben, sie kennen unsere Abläufe und rechnen über uns ab. Sie haben trotzdem nur einen Ansprechpartner und einen Vertrag.
Ja, das kommt regelmäßig vor. Wir brauchen dann das Trocknungsprotokoll und prüfen selbst nach, ob die Bauteile wirklich trocken sind. Für Arbeiten, die vorher ausgeführt wurden, können wir keine Gewährleistung übernehmen – das halten wir schriftlich fest, damit die Verantwortlichkeiten später klar sind.
Wir nehmen auf, was wiederherzustellen ist, und legen einen Terminplan vor.