Schimmel kommt zurück.
Jedenfalls dann, wenn man nur die Oberfläche behandelt. Schimmel ist ein Symptom: Irgendwo ist dauerhaft Feuchte, und irgendwo ist ein Nährboden. Solange beides da ist, wächst er nach. Wir suchen zuerst die Ursache und sanieren dann so, dass die Sporen nicht durch die ganze Wohnung wandern.
Drei Ursachen, die wir immer wieder finden
1. Ein Wasserschaden, der schlecht getrocknet wurde
Der Klassiker. Nach einem Rohrbruch wurde ein paar Tage getrocknet, dann sah es trocken aus, die Geräte kamen weg. In der Dämmschicht stand aber noch Wasser. Dort ist es dunkel, warm und es gibt organisches Material – ideale Bedingungen. Bemerkt wird es Monate später am Geruch, nicht am Bild. Deshalb bestehen wir bei der Trocknung auf der dokumentierten Freimessung.
2. Eine Wärmebrücke
An Bauteilen mit schlechterer Dämmung ist die Oberfläche kälter als im Raum. Sinkt sie unter den Taupunkt, kondensiert Luftfeuchte dort aus. Typische Stellen: Fensterlaibungen, Deckenanschlüsse in Außenecken, Rollladenkästen, ungedämmte Betonstürze, Balkonplatten, die durch die Wand durchgehen. Das ist kein Fehlverhalten der Bewohner, sondern ein bauphysikalisches Problem – und es lässt sich nicht weglüften.
3. Zu viel Feuchte in der Luft bei zu wenig Luftwechsel
Eine vierköpfige Familie gibt täglich zehn bis fünfzehn Liter Wasser an die Raumluft ab, durch Atmen, Duschen, Kochen, Wäschetrocknen. Nach einer Fenstersanierung fehlt häufig der unfreiwillige Luftwechsel, den alte Fenster mitgeliefert haben. Wenn dann nicht bewusst gelüftet wird, steigt die Luftfeuchte, und an der kältesten Stelle entsteht Befall.
Die Unterscheidung ist wichtig, weil sie über die Kostenübernahme entscheidet: Fall 1 ist meist ein Versicherungsschaden, Fall 2 in aller Regel Sache des Eigentümers oder der Eigentümergemeinschaft, Fall 3 führt häufig zum Streit zwischen Mieter und Vermieter. Ein sauberer Befund ist deshalb nicht nur technisch, sondern auch rechtlich hilfreich.
Warum Überstreichen und Hausmittel scheitern
Was Sie an der Wand sehen, ist der fruchtende Teil des Pilzes. Das Geflecht sitzt im Material, bei porösen Untergründen millimeter- bis zentimetertief. Farbe, auch sogenannte Anti-Schimmel-Farbe, deckt das ab, ohne es zu entfernen. Chlorhaltige Reiniger töten Oberflächensporen ab, dringen aber nicht ins Bauteil ein und bringen zusätzlich Feuchte ein.
Der zweite Fehler ist Trockenbürsten ohne Schutz. Dabei werden Sporen in großer Zahl in die Raumluft gebracht, verteilen sich über die ganze Wohnung und setzen sich dort ab, wo sie später neue Herde bilden. Ein Zwei-Quadratmeter-Problem wird so zu einem Wohnungsproblem. Genau das verhindert die Abschottung mit Unterdruckhaltung.
Wie wir arbeiten
- Befund und Ursachenklärung. Feuchtemessung im Bauteil, Oberflächentemperatur, Raumklima, bei Bedarf Taupunktberechnung und Bauteilöffnung.
- Abschottung. Der Arbeitsbereich wird mit Folie abgetrennt, bei größeren Sanierungen mit Personen- und Materialschleuse.
- Unterdruckhaltung. Ein Luftreiniger mit Feinstfilter erzeugt Unterdruck, sodass keine Luft aus dem Bereich in die Wohnung strömt.
- Rückbau des befallenen Materials. Tapete, Putz, Dämmung, Gipskarton, Estrichdämmung – so weit, wie das Geflecht reicht.
- Behandlung des Untergrunds. Nur dort, wo es fachlich sinnvoll ist, und nicht als Ersatz für den Rückbau.
- Feinreinigung. Alle Flächen im Bereich werden abgesaugt und feucht gereinigt, inklusive der Umgebung.
- Ursache abstellen. Trocknung, Abdichtung, Dämmmaßnahme oder Lüftungskonzept – je nach Befund.
- Wiederaufbau. Putz, Spachtel, Anstrich, in kritischen Bereichen mit Sanierputz oder kapillaraktiven Platten.
Wann Sie selbst ran können
Ein kleiner, oberflächlicher Fleck an der Silikonfuge in der Dusche oder an einer gefliesten Wand, insgesamt unter etwa einem halben Quadratmeter, lässt sich selbst entfernen: mit hochprozentigem Alkohol, Einweghandschuhen, FFP2-Maske und anschließender Lüftung. Alles, was größer ist, ins Material geht, sich wiederholt oder in einem Schlafraum sitzt, gehört in Fachhände – ebenso jeder Befall in Haushalten mit Kleinkindern, Allergikern oder immungeschwächten Personen.
Zur Schimmelsanierung
Entscheidend ist die Ursache. Ist der Befall Folge eines versicherten Leitungswasserschadens, übernimmt die Wohngebäudeversicherung in der Regel auch die Schimmelsanierung. Entsteht er durch Kondensat, eine Wärmebrücke oder das Lüftungsverhalten, liegt kein Versicherungsfall vor. Bei alten, unentdeckten Wasserschäden wird es zur Beweisfrage – und genau dann hilft ein Befund, der die Feuchtequelle nachvollziehbar dokumentiert.
Für die Sanierung selbst meistens nicht. Die Maßnahme richtet sich nach Umfang und Material, nicht nach der Gattung des Pilzes – entfernt werden muss er in jedem Fall. Sinnvoll ist eine Analyse in drei Situationen: bei gesundheitlichen Beschwerden, die einem Befall zugeordnet werden sollen, bei rechtlichen Auseinandersetzungen, und wenn nach der Sanierung nachgewiesen werden soll, dass die Belastung wieder im Normalbereich liegt. Wir arbeiten dafür mit einem unabhängigen Labor zusammen.
Bei einem einzelnen Raum in der Regel nicht. Durch die Abschottung mit Unterdruckhaltung bleibt der Rest der Wohnung nutzbar, allerdings ist der sanierte Raum währenddessen gesperrt. Ausziehen wird nötig, wenn mehrere Räume betroffen sind, wenn die Küche oder das einzige Bad in der Sanierung liegt oder wenn im Haushalt Personen mit Atemwegserkrankungen leben. Wir sagen das nach dem Ortstermin klar, damit Sie planen können.
Eine kleine Fläche in einem Raum, bei der nur Tapete und Putz abgenommen und neu aufgebaut werden, liegt meist im niedrigen vierstelligen Bereich inklusive Abschottung und Feinreinigung. Teuer wird nicht der Schimmel, sondern die Ursache: Wenn eine Kellerwand von außen abgedichtet oder ein Bodenaufbau erneuert werden muss, bestimmt das die Summe. Deshalb erstellen wir immer zuerst den Befund und dann die Kalkulation – ein Pauschalpreis ohne Ursachenklärung wäre unseriös.
Er senkt die Luftfeuchte und kann damit kurzfristig verhindern, dass an einer kalten Stelle Kondensat ausfällt. Als Dauerlösung ist er ein Behelf: Er kostet Strom, muss betreut werden und behebt die Ursache nicht. Bei einer Wärmebrücke ist die richtige Antwort eine bauliche Maßnahme, etwa eine kapillaraktive Innendämmung an der betroffenen Stelle. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, sagen wir nach der Messung.
Nicht überstreichen.
Ursache klären.
Wir messen, wo die Feuchte herkommt, und sagen Ihnen, was dagegen wirklich hilft.