Der entscheidende Punkt
Warum die ersten Tage über die Kosten entscheiden
Was man sieht, ist selten das Problem. Der Schaden, über den später
gestritten wird, sitzt unter dem Belag. Ein üblicher Fußboden besteht aus
der Rohdecke, darauf einer Dämmschicht, darauf dem Estrich. Wasser braucht
nur die Randfuge oder einen Riss, um in diese Dämmschicht zu gelangen, und
dort bleibt es liegen. Der Estrich wirkt wie ein Deckel: Er lässt Wasser
hinein, aber keine Feuchte heraus.
Solange die Dämmung lediglich nass ist, lässt sie sich über Unterdruck oder
Überdruck gezielt trockenlegen. Der Eingriff bleibt klein, es genügen einige
Bohrungen, der Aufbau bleibt liegen. Vergehen dagegen Wochen, kippt die Lage:
Die Dämmung wird mikrobiell belastet, und diese Belastung verschwindet nicht
dadurch, dass das Material irgendwann wieder trocken ist. Ab diesem Punkt
hilft keine Trocknung mehr. Der Estrich muss aufgestemmt, die Dämmung
entsorgt, der Aufbau neu hergestellt und erneut getrocknet werden, dann kommt
der Belag. Aus zwei Wochen Arbeit werden zwei Monate Baustelle.
Deshalb ist bei einem frischen Schaden nicht der Preis die entscheidende
Frage, sondern der Termin. Eine Woche Zögern kostet regelmäßig mehr, als der
Preisunterschied zwischen zwei Anbietern jemals ausmacht.
Im Ludwigsburger Bestand kommt ein zweiter Punkt dazu, und er hängt am
Baujahr. In der barocken Kernstadt und in den Altbauten rund um den
Marktplatz liegen häufig Holzbalkendecken mit Schüttung. Dort verteilt
sich Wasser weiter als erwartet und gibt die Feuchte langsamer wieder ab.
In den Siedlungen der 1950er bis 1970er Jahre – Eglosheim,
Grünbühl, Schlösslesfeld – dominiert dagegen Estrich auf Dämmschicht,
teils mit geschütteter Dämmung, die bei Durchfeuchtung verklumpt. Zwei
Gebäudetypen, zwei Trocknungsverfahren. Genau deshalb messen wir, bevor
wir öffnen.