Der entscheidende Punkt
Warum die ersten Tage über die Kosten entscheiden
Der sichtbare Teil eines Wasserschadens ist selten das Problem. Entscheidend
ist, was in den Bodenaufbau gelaufen ist. Ein üblicher Aufbau besteht aus
Estrich, darunter einer Dämmschicht, darunter der Rohdecke. Wasser findet
durch Randfugen und Risse den Weg in diese Dämmschicht und bleibt dort:
Der Estrich darüber wirkt wie ein Deckel, und die Dämmung trocknet von allein
praktisch nicht mehr aus.
Solange die Dämmung nur nass ist, lässt sie sich mit Unterdruck- oder
Überdruckverfahren gezielt trocknen – der Aufbau bleibt erhalten,
der Eingriff beschränkt sich auf wenige Bohrungen. Bleibt sie dagegen
wochenlang feucht, wird sie mikrobiell belastet. Ab diesem Punkt hilft
Trocknen nicht mehr, weil die Belastung bleibt, auch wenn das Material
trocken ist. Dann muss der Aufbau raus: Estrich aufstemmen, Dämmung entsorgen,
neu aufbauen, trocknen lassen, Belag neu. Aus einem Eingriff von zwei Wochen
wird ein Projekt von zwei Monaten.
Deshalb ist die einzig relevante Frage bei einem frischen Wasserschaden nicht,
was er kostet, sondern wann angefangen wird. Eine Woche Verzögerung ist
teurer als jeder Preisunterschied zwischen zwei Anbietern.
Im Stuttgarter Bestand kommt ein zweiter Punkt dazu: Viele Gebäude in
Bad Cannstatt, im Westen und im Süden haben Holzbalkendecken mit Schüttung.
Dort verteilt sich Wasser weiter als erwartet und gibt die Feuchte langsamer
wieder ab. Genau deshalb messen wir, bevor wir öffnen.