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Mit Verbundabdichtung Nach Fachregeln

Die Fliese ist keine Abdichtung

Ein häufiges Missverständnis, das teuer wird: Fliese und Fuge halten kein Wasser zurück. Beide sind wasserdurchlässig genug, dass in einer Dusche über Jahre Feuchtigkeit in den Aufbau gelangt. Dicht wird ein Bad durch die Schicht darunter – die man später nicht mehr sieht.

Fliesenleger trägt Dünnbettmörtel mit der Zahnkelle auf, danebenliegende Fliesen sind mit Nivellierkeilen ausgerichtet

Warum wir dieses Gewerk selbst machen

Aus der Schadensanierung kennen wir die Rückseite dieser Arbeit. Ein großer Teil der Feuchteschäden, die wir öffnen, geht nicht auf einen Rohrbruch zurück, sondern auf ein Bad, das über Jahre Wasser durchgelassen hat: eine Dusche ohne Abdichtung unter den Fliesen, ein Wandanschluss, der nur mit Silikon verfugt war, eine bodengleiche Dusche mit falschem Gefälle.

Solche Schäden fallen erst auf, wenn beim Nachbarn darunter die Decke Flecken bekommt. Und dann ist es kein Versicherungsfall, weil kein plötzliches Ereignis vorliegt, sondern ein Mangel. Der Eigentümer zahlt selbst. Deshalb legen wir Wert auf den Teil des Aufbaus, den man am Ende nicht sieht.

Was wir ausführen

  • Bäder komplett, von der Untergrundvorbereitung über Abdichtung bis zu Wand-, Boden- und Sockelflächen.
  • Küchen, Bodenbeläge und Wandflächen im Spritzbereich.
  • Flure, Wohnräume und Treppen, auch mit großformatigen Platten.
  • Nassbereiche mit erhöhter Beanspruchung, etwa Waschküchen und gewerbliche Küchen.
  • Bodengleiche Duschen mit Punkt- oder Linienentwässerung und korrektem Gefälle.
  • Naturstein und Feinsteinzeug, mit auf das Material abgestimmtem Kleber und Fugenmaterial.
  • Außenbereiche, Balkon und Terrasse mit frostsicherem Aufbau – im Zusammenhang mit der Balkonsanierung.
  • Reparaturen, Austausch einzelner Fliesen, Erneuerung von Silikonfugen, Nachfugen.

Der Aufbau in einem Bad

Ein fachgerechtes Bad besteht aus mehreren Schichten, von denen die Fliese nur die letzte ist:

  • Tragfähiger Untergrund. Alter Putz, der hohl klingt, muss ab. Auf Trockenbau werden imprägnierte oder Zementfaserplatten eingesetzt, kein Standardgipskarton im Duschbereich.
  • Grundierung, passend zur Saugfähigkeit des Untergrunds.
  • Verbundabdichtung, in zwei Lagen aufgetragen, mit eingelegten Dichtbändern in allen Ecken, an allen Anschlüssen und mit Dichtmanschetten an Rohrdurchführungen und Armaturen.
  • Kleber im richtigen Verfahren. Bei großen Formaten und im Außenbereich im Buttering-Floating-Verfahren, damit keine Hohlstellen bleiben – die sind bei Frost und punktueller Last der Grund für Risse.
  • Fliesen, mit Fugenbreite passend zum Format und der zu erwartenden Bewegung.
  • Fugen und Anschlüsse. Zementfugen in der Fläche, elastische Fugen an allen Bewegungsfugen sowie an Wand-Boden- und Wand-Wand-Anschlüssen.

Die Dichtbänder in den Ecken sind der Punkt, an dem am häufigsten gespart wird – sie kosten Zeit und sind hinterher unsichtbar. Genau dort läuft das Wasser aber entlang. Wenn ein Angebot deutlich günstiger ist als andere, lohnt die Frage, welches Abdichtungssystem eingesetzt wird und ob die Dichtbänder enthalten sind.

Großformate und was daran anders ist

Große Platten wirken ruhig und haben wenige Fugen, sind aber anspruchsvoller. Sie verzeihen keine Unebenheiten im Untergrund, weil sie sich nicht anpassen. Deshalb muss die Fläche vorher gespachtelt oder nivelliert werden, was zusätzliche Arbeitszeit bedeutet. Verlegt wird mit Nivelliersystem, geschnitten mit Führungsschiene, und ein zweiter Mann ist beim Ansetzen zwingend. Wer Großformat zum Preis von Standardformat angeboten bekommt, sollte skeptisch sein.

Bodengleiche Duschen

Der beliebteste Wunsch bei Badsanierungen und der kritischste Punkt in der Ausführung. Es braucht ein sauberes Gefälle zum Ablauf, eine ausreichende Aufbauhöhe, einen Ablauf mit passender Ablaufleistung und eine lückenlos hochgeführte Abdichtung. Bei Altbauten ist die Aufbauhöhe oft das Problem – dann prüfen wir, ob eine extra flache Rinne funktioniert oder ob eine minimale Stufe die ehrlichere Lösung ist. Ohne diese Klärung entstehen genau die Schäden, die wir anschließend sanieren müssten.

Kosten

Orientierungswerte

Arbeitsleistung ohne Material, Erfahrungswerte im Raum Stuttgart.

Richtwerte Arbeitsleistung
Alte Fliesen abschlagen und entsorgen25 – 50 €/m²
Untergrund richten, spachteln, grundieren15 – 35 €/m²
Verbundabdichtung inkl. Dichtbänder25 – 45 €/m²
Fliesen verlegen, Standardformat45 – 65 €/m²
Fliesen verlegen, Großformat65 – 90 €/m²
Mosaik oder aufwendiges Muster90 – 150 €/m²
Bodengleiche Dusche, Aufbau komplett900 – 2.200 €

Für ein durchschnittliches Bad mit sechs bis acht Quadratmetern Bodenfläche und gefliesten Wänden liegt die reine Fliesenarbeit inklusive Abdichtung und Rückbau meist zwischen 4.500 und 9.000 Euro. Sanitärobjekte, Elektro und Material kommen hinzu.

Häufige Fragen

Zu Fliesenarbeiten

Nein. Silikon ist eine Wartungsfuge: Es schließt die Oberfläche, hat aber eine begrenzte Lebensdauer, reißt bei Bewegung und wird mit der Zeit undicht. Es ist als oberer Abschluss richtig und wichtig, ersetzt aber keine Abdichtungsschicht unter den Fliesen. Wenn Silikon die einzige Barriere ist, läuft Wasser bei der ersten Rissbildung in den Aufbau – und das bleibt jahrelang unbemerkt.

In trockenen Bereichen wie Flur oder Küchenboden ist das machbar, wenn der alte Belag fest und hohlraumfrei sitzt: Wir prüfen ihn durch Abklopfen, reinigen, tragen eine Haftbrücke auf und verlegen mit passendem Kleber. Der Nachteil ist die Aufbauhöhe, die an Türen und Übergängen Probleme macht. In Duschen und Nassbereichen raten wir davon ab, weil sich darüber keine ordnungsgemäße Abdichtung mehr herstellen lässt – und ohne die ist es eine Frage der Zeit.

Für die reinen Fliesenarbeiten rechnen Sie mit anderthalb bis zwei Wochen: Rückbau, Untergrund, Abdichtung mit Trockenzeit, Verlegen, Fugen, Silikon. Bei einer kompletten Badsanierung mit Sanitär und Elektro sind es drei bis fünf Wochen. Die Abdichtung braucht ihre Trockenzeit, bevor gefliest wird, und die Fugen ihre Zeit, bevor die Dusche benutzt werden darf. Wenn nur ein Bad vorhanden ist, planen wir das vorher mit Ihnen durch.

Beides ist möglich. Wenn Sie selbst kaufen, achten Sie auf ausreichenden Verschnitt, mindestens zehn Prozent, bei diagonaler Verlegung mehr, und auf gleiche Chargen – unterschiedliche Brenncharge bedeutet sichtbaren Farbunterschied. Kaufen wir ein, haben Sie den Vorteil, dass Material und Ausführung aus einer Hand kommen und wir bei einem Materialfehler nicht auf Sie verweisen können. Beim Bodenaufbau im Nassbereich bestehen wir darauf, das Abdichtungssystem selbst zu wählen – dafür haften wir.

Nächster Schritt

Dicht bauen,
nicht nur schön.

Wir nehmen den Aufbau auf und sagen Ihnen, was unter die Fliese gehört.

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